Jury des Autoren-und-Produzenten-Preis Bremen:
Die Arbeiten des 1969 in Stuttgart geborenen Künstlers Ulf Aminde kommen schnell auf den Punkt. Seine Räume, Szenarien und Situationen haben entwaffnend klare Konturen: Punks, die vor der Kulisse eines Abbruchhauses „Reise nach Jerusalem“ spielen; Obdachlose, die in der MoMA-Ausstellung den Kanon der modernen Malerei kommentieren; Alkoholiker, die Amindes Kamera zum sonnabendlichen Fußballspielen begleitet; Paare, die in den Schauräumen eines Ikea-Marktes kurze Soap-Szenen improvisieren; Straßenmusiker, deren singuläres Spiel zu einem orchestralen Cluster montiert wird.
Spiele und ihre Regeln sind das große Thema der bisherigen Film- und Installationsarbeiten Amindes: Wer ist drin? Wer draußen? Und warum? Wie entstehen Gruppen und wie verhalten sie sich nach innen und nach außen? Ulf Aminde schafft Settings, er definiert soziale, vermeintlich kunst-ferne Räume als Bühne und lässt darauf jene agieren, deren Stück ihre eigene Biografie ist. Seine Räume sind „die jeweils eigene Bühne der Leute“, sagt Aminde.
Seine bisherigen Arbeiten, zeigen Amindes Interesse, sich verschiedenen Orten und gesellschaftlichen Feldern mit prägnanter Reduktion zu nähern. Diese Arbeiten verbinden Elemente aus Film, Bildender Kunst und Performing Arts zu einem eigenwilligen Rechercheverfahren, das seine Nähe zu realen Verhältnissen und relevanten Fragen ästhetisch und inhaltlich souverän zum Ausgangspunkt nimmt. Ulf Amindes Gegenstand ist – als Mikroebene des Sozialen – das Spiel. Mit erstaunlicher Treffsicherheit kristallisieren seine installatorischen Was-passiert-dann-Maschinen heraus, wie Regeln funktionieren. Beispielhaft zeigen diese Arbeiten sehr genau, was Gesellschaft ausmacht.
Ulf Aminde
1969 born in Stuttgart, Germany
Lives and works in Berlin, Germany
Grants
2008 Kunstfonds Bonn
2006 Award for Playwrights and Producers, Bremen Germany
2004 Nafög Scolarship
2003 Helmut Thoma Award
Solo Exhibitions
2008 Ruhe und Ordnung, jet Berlin
2008 life is not a listener`s request programm, Schlechtriem contemporary, New York
2008 zusammenrotten, Schlechtriem Brothers, Berlin
2007 Strasse ist Strasse und keine Konzeptkunst, GAK Bremen
2006 the survival of the fittest, Kunstraum München
2005 the survival of the fittest, Kunstverein Wolfsburg